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Fachforum zur Geschichte des kulturellen Transfers und der transnationalen Verflechtungen in Europa und der Welt

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Comparativ, Heft 4/1998

07.02.2003
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Zeitschrift:Comparativ. Zeitschrift für Globalgeschichte und Vergleichende Gesellschaftsforschung
Herausgeber:Wolfgang Fach
ISSN:0940-3566
Verlag,
Erscheinungsort:
Leipziger Universitätsverlag,
Leipzig
Weitere Angaben:je 140 Seiten. / Einzelheft DM 12,80 / dieses Doppelheft DM 24,80 / Jahresabonnement DM 66
Ausgabe:4/1998 - Sphaeren der 'Geselligkeit'
ISBN:3-933240-25-5

Inhaltsverzeichnis

Aufsaetze (mit Resuemees) / Articles (with abstracts)

Wolfgang Fach: Sphaeren der 'Geselligkeit' (S. 7-14)

Laurence McFalls: Getrennt sind wir stark: Der kanadische Foederalismus als Modell? (S. 15-30)

Der kanadische Foederalismus war lange Zeit ein Lieblingssujet von Politikwissenschaftlern. Allerdings blieb der Blick haeufig sehr beschraenkt, entweder auf die politischen Institutionen oder auf Erscheinungen der politischen Kultur. Dagegen schlaegt dieser Artikel einen anderen Zugang vor und bezieht sich vor allem auf den Mangel an politischen Visionen, die stark genug sind, ,Hegemonie" zu gewinnen. Solche Visionen koennten das foederalistische Projekt wiederbeleben und sozialdemokratischen Unitarismus ebenso wie liberal-progressiven Separatismus einschliessen. Ohne ein solches Projekt ist Kanada dazu verurteilt, in einer konstitutionellen Bewegungslosigkeit zu verharren.

Divided we stand: Canadian federalism as model? By Laurence McFalls

Canadian federalism has been a favorite topic of political scientists for many years. However, the view on the subject was clearly restricted, either focusing upon political institutions or stressing issues of political culture. This analysis emphasizes a somewhat different point. It addresses the lack of a political vision compelling enough to gain ,hegemony". Visions which might revitalize the federalist project include social-democratic ,unitarianism" and liberal-progressive ,separatism". Without such a project Canada is doomed to remain locked in a constitutional impasse.
Olaf Miemiec/Sascha Tamm: Freiheit und Gesellschaft - Marx und Tocqueville als Fortsetzer Hegelschen Entfremdungsdenkens (S. 31-44)

Der Artikel erlaeutert Entfremdung und Freiheit als zwei eng miteinander verbundene Konzepte anhand der Beispiele des sozialphilosophischen Denkens von Marx und Tocqueville. Auf der einen Seite zeigen wir wie Phaenome der Entfremdung Emanzipa-tionsprozesse bei Marx im wirtschaftlichen und politischen Leben der auf freier Lohnarbeit beruhenden modernen Gesellschaft und bei Tocqueville in der Analyse politischer Freiheit voraussetzen. Auf der anderen Seite kann man zeigen, wie eine Kritik an der Entfremdung genaehrt wird von Idealen und Konzepten von Freiheit. Hieran schliesst sich der Nachweis von Differenzen zwischen Marx und Tocqueville an, die sich nicht nur daraus ergeben, dass beide Autoren sich auf je verschiedene Gegenstandsbereiche beziehen. Schliesslich erlaeutern wir unser Konzept, in welchem Masse Theorien vom Marxschen und Tocquevilleschen Typ geeignet sind, die jeweils andere zu einem kritischen Selbstverstaendnis anzuregen.

Liberty and Society - Marx and Tocqueville as successors of Hegels' concept of alienation. By Olaf Miemiec/Sascha Tamm

This essay explicates how alienation and liberty are closely related concepts, using the example of the social philosophical thinking of Marx and Tocqueville. On the one hand we demonstrate that phenomena of alienation presuppose processes of emancipation in the economic and political lifes of modern societies based in Marx's analysis of free wage labour and Tocqueville's analysis of political liberty. On the other hand, it is possible to show that the criticism of situations of alienation is nurished by ideals and concepts of liberty. It is further shown how differences between Marx and Tocqueville exist wich can not be reduced to the particularly different realms alone. Finally, we explain our concept of the extent to which theories according to Marx and Tocqueville are able to draw upon one other to contribute to a critical self understanding.
Andreas Noelke: Nichtkonventionelle Nichtmarktstrukturen bei der Unternehmensfinanzierung: Kapitalismustypen und die Auswirkungen der Globalisierung am Beispiel der institutionellen Investoren (S. 45-62)

Marktstrukturen sind immer in gesellschaftliche Strukturen (Nichtmarktstrukturen) eingebettet. Diese gesellschaftlichen Strukturen koennen fuer Marktprozesse foerderlich oder hinderlich sein. Es gibt aber kein optimales Modell von Markt- und Nichtmarktstrukturen, sondern vielmehr eine ganze Reihe verschiedener Kombinationen, die jeweils unterschiedliche Ergebnisse zeitigen. Diese Kombinationen koennen als verschiedene Kapitalismusmodelle aufgefasst werden. Die bekanntesten sind das rheinische und das atlantische (angelsaechsische), Modell, wie es Michael Albert beschrieben hat. Infolge der aktuellen Prozesse oekonomischer Globalisierung werden einige Differenzen zwischen diesen Modellen eingeebnet. Ausserdem kann Globalisierung zu nichtkonventionellen Nichtmarktstrukturern in diesen Modellen fuehren. Der sichtbarste Effekt des Austauschs zwischen den Modellen ist die wachsende Bedeutung des shareholding im rheinisch-deutschen System der Finanzierung von Unternehmen durch Hausbanken.

Non conventional non-market structures in the finances of enterprises: types of capitalism and the consequences of globalisation, exemplified by institutional investors. By Andreas Noelke

Market structures are always embedded in social structures (non-market structures). These social structures may be supportive or harmful to market processes. There is, however, not one optimum model of market/non-market structures, but rather a number of different combinations, with each leading to specific outcomes. These combinations may be summarized as different models of capitalism. The most well known models are the Rhenisch and the Atlantic (or Anglo-Saxon) ones, as described by Michael Albert. Due to the current processes of economic globalisation, some differences between these models may now be evened out. Furthermore, globalisation may lead to non-conventional non-market structures. The most significant aspect of this transfer is the growing relevance of shareholding within the German Rhenisch system of corporate finance.
Pirmin Stekeler-Weithofer: Strukturprobleme gemeinsamen Handelns. Philosophische Bemerkungen zu Grundproblemen des methodischen Individualismus (S. 63-90)

Es gibt zwei grundsaetzliche Probleme des methodischen Individualismus in der Philosophie und in den Sozialwissenschaften. Das erste hat mit den Bedingungen zu tun, die Personen nicht nur zu Traegern abstrakter Titel werden laesst (was immer die Gesellschaft bereits unterstellt), sondern zu kompetenten Spielern von Rollen oder von gesellschaftlichen Spielen einschliesslich von Sprachspielen. Das zweite Problem besteht in der Unmoeglichkeit, eine befriedigende Berechnung der Rolle von moeglicherweise sich selbst erfuellenden ,Hoffnungen" in freien kooperativen Handlungen und des Konzeptes der Vernunft in der Bewertung sozialer Institutionen zu geben.

Problems of cooperative actions. Philosophical comments on fundamental problems of methodological individualism. By Pirmin Stekeler-Weithofer

There are two fundamental problems of methodical individualism in philosophy and the social sciences. The first has to do with the conditions that make us persons not only as bearers of an abstract title (which presupposes a society already) but as competent players of roles or social games including language games. The second consists in the impossibility to give a sufficient account for the role of possibly self-fulfilling ,hopes` in free cooperative actions and for the concept of reason in judgements about social institutions.

Forum

Peer Pasternack: Eine nachholende Debatte. Der innerdeutsche Philosophenstreit 1996/97 (S. 91-102)

1996/97 hatte eine teils erregte Debatte unter deutschen Philosophen stattgefunden. Ausgangspunkt dieser Debatte waren die Modalitaeten, die den Umbau der ostdeutschen Universitaetsinstitute fuer Philosophie gekennzeichnet hatten. Ost- und westdeutsche Philosophen, so hiess es provozierend, seien sich vor allem in einem aehnlich: dass sie Staatsdiener sind, und dass sie daran nichts Anstoessiges finden. Auf solche Aeusserungen wurde mit grosser Heftigkeit reagiert. Die DDR-Philosophie sei so ideologisiert gewesen, dass sie fuer jeglichen Vergleich mit der westdeutschen Philosophie disqualifiziert sei. Pasternack resuemiert diese Debatte. Zugleich ordnet er sie in aehnliche Debatten, die in anderen Faechern nach 1989 stattgefunden hatten, ein. Er kommt zu dem Ergebnis, dass die Philosophie ein zwiespaeltiges Bild bietet: Sie gehoert zu den wenigen Faechern in Ostdeutschland, die nach 1989 einerseits intensiv ihre DDR-Geschichte aufgearbeitet haben und andererseits ebenso intensiv bemueht waren, eine oeffentliche Diskussion der aktuellen Neuordnung des Faches (Evaluierung, Abwicklung, politische Ueberpruefungen des Personals, Neubesetzung der Stellen usw.) zu vermeiden. Nunmehr, 1996/97, hatte daher die Philosophie lediglich eine nachholende Debatte veranstaltet.

A late debate. The east-west German philosophers' debate 1996/97. By Peer Pasternack

There was a discussion full of exciting in the German philosophers` community in 1996/97 on the modalities of restructuring the East German academic philosophy after 1989. To provocate participants have argued that philosophers in the East and in the West of Germany were in on point very similar: they are in a position as servants of the state and they don't find it harmful. There were sharp reactions to this suggestion, and others argue that the East German philosophy was so ideologised that there couldn't be any comparison to the West-German one. The author gives an overview to the debate and he adds remarks on similar debates in other academic fields and this comparison leds him to the conclusion that philosophy was on the one hand an academic discipline that was very active in discussing the East-German past of the field but that was on the other hand for a long time very defensive in discussing the forms of restructuring the discipline (political and academic evaluation, dissolution of institutes, replacing the academic staff etc.). So the philosophical discussions in 1996/97 were nothing but a late debate.

Mitteilungen und Berichte

Steffen Sammler: World History Today - Chimera or Necessity? (S. 103-105) Gerald Diesener: Die sechziger Jahre. Soziale Kultur und politische Ideen in den beiden deutschen Staaten (S. 105-108) Heinz-Dieter Haustein: Der Anschluss als historisches Ereignis in der Weltgeschichte. Praktiken, Probleme, Folgen (S. 108-112)

Buchbesprechungen (S. 113-137)

Hartmut Kaelble/Juergen Schriewer (Hrsg.), Gesellschaften im Vergleich. Forschungen aus Sozial- und Geschichtswissenschaften, Frankfurt a. M. 1998 (Matthias Middell) Regina Becker-Schmidt/Gudrun-Axeli Knapp (Hrsg.), Das Geschlechterverhaeltnis als Gegenstand der Sozialwissenschaften, Frankfurt a. M. 1995; Eva Kreisky/Birgit Sauer (Hrsg.), Feministische Standpunkte in der Politikwissenschaft, Frankfurt a. M. 1995; Herta Nagl-Docekal/Herlinde Pauer-Studer (Hrsg.), Politische Theorie. Differenz und Lebensqualitaet, Frankfurt a. M. 1996 (Wolfgang Fach) Hans Eberhard Mayer, Die Kanzlei der lateinischen Koenige von Jerusalem, Hannover 1996, 2 Bde. (Pierre-Vincent Claverie) Hans-Joachim Torke, Einfuehrung in die Geschichte Russlands, Muenchen 1997 (Hans-Heinrich Nolte) Zina=EFda A. ,ekantseva, Porjadok i besporjadok. Protestuius_aja tolpa vo Francii me=F1du Frondoj i Revoluciej (Die Ordnung und die Unordnung. Die protestierenden Massen in Frankreich zwischen Fronde und Revolution), Nowosibirsk 1996 (L. A. Pimenova) Hans Peter Ullmann/Clemens Zimmermann (Hrsg.), Restaurationssystem und Reformpolitik. Sueddeutschland und Preussen im Vergleich, Muenchen 1996 (Hans-Martin Moderow) Petra Emundts-Trill, Die Privatdozenten und Extraordinarien der Universitaet Heidelberg 1803-1860, Frankfurt a. M. 1997 (Markus Huttner) Franz Eulenburg, Die Frequenz der deutschen Universitaeten von ihrer Gruendung bis zur Gegenwart. Photomechanischer Nachdruck der Ausgabe von 1904. Mit einem Nachwort von Elisabeth Lea und Gerald Wiemers, Berlin 1994 (Matthias Middell) Wolfgang Kruse (Hrsg.), Eine Welt von Feinden. Der Grosse Krieg 1914-1918, Frankfurt a. M. 1997 (Christopher Beckmann) Helmut Seidel, Johann Gottlieb Fichte zur Einfuehrung, Hamburg 1997 (Werner Berthold) Stefan Muckel, Religioese Freiheit und staatliches Letztentscheidungsrecht. Die verfassungsrechtlichen Garantien religioeser Freiheit unter veraenderten gesellschaftlichen Verhaeltnissen, Berlin 1997 (Helmut Goerlich)

Resuemees / Abstracts (S. 138-141)

Verzeichnis der Autorinnen und Autoren (S. 142)

COMPARATIV erscheint sechsmal jaehrlich im Umfang von je 140 Seiten. / Einzelheft DM 12,80 / dieses Doppelheft DM 24,80 / Jahresabonnement DM 66,- / Jahresabonnement fuer Studierende/Ermaessigungsberechtigte DM 32,50 / Fuer Mitglieder der Karl-Lamprecht-Gesellschaft (im Mitgliedsbeitrag inbegriffen) DM 45,-

Kontakt:Redaktion Comparativ
Adresse:
Universität Leipzig, Global and European Studies Institute
Emil-Fuchs-Straße 1
D - 04105 Leipzig

Telefon: +49 341 97 37 860
Fax: +49 341 960 52 61

URL:http://www.uni-leipzig.de/comparativ/
Typ:Zeitschriften
Land:Germany
Sprache:German
Klassifikation:Regionaler Schwerpunkt: Westeuropa
Epochale Zuordnung: Neuere und Neueste Geschichte (1500-1945), Ohne epochalen Schwerpunkt
Thematischer Schwerpunkt: Vergleichende Geschichte
Zitation:http://geschichte-transnational.clio-online.net/zeitschriften/ausgabe=131

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